Heinz Nixdorf MuseumsForum (HNF) Paderborn, 08. bis 10. November 2017

 

TdSE 2011

Auch in 2011 waren die Teilnehmer wieder aus dem deutschsprachigem Raum nach Hamburg zum Der Tag des Systems Engineering 2011 angereist. Es waren Vertreter aus allen Bereichen der Industrie, Forschung und Entwicklung als auch der Hochschulen vertreten. Durch diesen Mix gelingt es immer wieder verschiedene Eindrücke zu gewinnen und Erfahrungen zum Thema Systems Engineering Anwendung und Weiterentwicklung zu machen. Die Vielfalt der Beiträge aus den Bereichen allgemeiner Maschinenbau, erneuerbare Energien, Schiffbau, Medizintechnik bis zu den klassischen Anwendungen der Luft- und Raumfahrt ist das Kernthema auf der Konferenz.

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  Bild 1: Ein Teil der Teilnehmer des TdSE 2011  

Vor der Konferenz fand auch ein Turorial-Tag statt, bei dem 4 Seminare im Angebot waren. Jeweils 2 der Seminare beschäftigten sich mit modellbasiertem Systems Engineering und die beiden anderen kamen aus dem Bereich Softskills, Führung und Konfliktmanagement. In diesem Jahr mussten wir die Trainer bitten, die maximale Anzahl der Teilnehmer zu erhöhen, um allen Wünschen nachkommen zu können.

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Bilder 2 und 3 vom Tutorial-Tag (Ice Breaker Session) mit Messeständen im Foyer

Der erste Konferenztag begann mit einem eingeladenen Eröffnungsvortrag aus dem Schiffbau.

Herr Grudda von Blohm + Voss Naval hat einen beeindruckenden Vortrag über die neuen Herausforderungen im Schiffbau berichtet. Durch die grundlegende Änderung der Aufgaben der Marine in den letzten Jahren haben sich viele Neuerungen im Bereich der Anforderungen an eine Fregatte ergeben. Durch die Zusammenarbeit im internationalen Kontext und der Bedrohung durch Piraterie haben sich die Anforderungen und damit auch die Architektur der Lösungen soweit geändert, das es einen großen Einfluss auf die Umsetzung und Realisierung eines solchen komplexen Systems hat. Die Anzahl der Besatzungen, als auch der Betrieb eines solchen Schiffes bei gleicher Einsatzbereitschaft u.a. auch auf Grund der Kostenvorgaben haben zu einem neuen Prozessansatz mit dem Kunden als auch den Lieferanten geführt. Anhand von Beispielen hat Herr Grudda die Einflüsse und Effekte auf die Lösung präsentiert und dargestellt.

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Bilder 4 und 5: Teilnehmer im Gespräch und an den Informationsständen

In den beiden folgenden Tagen wurden in parallelen Vortragsreihen die Erfahrungen und neuesten Ansätze zum Systems Engineering in Beiträgen vorgestellt. Diese erstreckten sich vom Anforderungsmanagement über den gesamten Lebenszyklus eines Systems aus den unterschiedlichen Fachbereichen. Schwerpunkte der Beitragsreihen waren auuserdem modellbasiertes Systems Engineering, Vorgehensmethodiken und agile Systementwicklung. Hier sind praxisnahe Beispiele von Siemens, Blohm+Voss, Europcopter, Airbus, Bernafon (CH) zu nennen, und Beiträge von Hochschulen und Universitäten aus Stuttgart, München, Paderborn und Wuppertal als auch von der DLR. Alle Beiträge sind im veröffentlichten Buch gedruckt, das u.a. über Amazon bezogen werden kann.

Der Abschlussvortrag am Freitag wurde von Herrn Winkenwerder von der HHLA aus Hamburg gehalten. Herr Winkenwerder hat einen herausragenden Vortrag über den Zusammenhang von Systemen und deren Einbettung in die Mensch-Maschine-Schnittstelle aufgezeigt. Systeme und deren Lösungen sind nicht trivial, wenn sie in direkter Interaktion mit dem Menschen stehen. Ein Mensch hat die Eigenart selber zu lernen und sich weiterzuentwickeln, im Gegensatz zu einem digitalen System. Die Abhängigkeiten als auch die Folgen eines Sozio-technisches System im Einsatz wurden von Herrn Winkenwerder eindrucksvoll dargestellt. Eine Vernachlässigung solcher Betrachtungen und Interaktionen ist nicht im Sinne des Systems Engineering Gedanken und muss somit in die Systemgrenzen mit einbezogen werden. Hier sind noch einige Forschungsfelder offen und müssen dringend untersucht werden, so Herr Winkenwerder.

 

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  Bild 6: Einer von zwei parallelen Beitragsreihen  

Neben dem attraktiven Programm wurden die Tage durch ein Dinner und Rundgang im Hamburg Museum abgerundet.